Anti-Glare
Anti-Glare bezeichnet eine entspiegelte, aber glatte Displayoberfläche. Antireflexionsschichten unterdrücken Spiegelungen, ohne die Bildschärfe zu mindern – anders als bei einer matten, aufgerauten Oberfläche.
Was bedeutet Anti-Glare?
Anti-Glare bezeichnet ein Display, dessen Oberfläche durch aufgebrachte Antireflexionsschichten entspiegelt wurde. Diese hauchdünnen Schichten löschen einen Großteil der Reflexionen optisch aus. Entscheidend dabei: Die Oberfläche bleibt glatt. Dadurch bleiben Bildschärfe, Farbbrillanz und Schwarzwert weitgehend erhalten, während störende Spiegelungen deutlich zurückgehen.
Abgrenzung: Anti-Glare, matt und glossy
Die Begriffe werden im Handel häufig vermischt, meinen aber unterschiedliche Bauarten:
| Oberfläche | Aufbau | Bildwirkung |
|---|---|---|
| Anti-Glare | glatte Oberfläche mit Antireflexbeschichtung | Reflexionen stark reduziert, Schärfe und Farben bleiben erhalten |
| Matt | mechanisch aufgeraute Oberfläche, die Licht diffus streut | kaum Spiegelungen, dafür leicht weißliches Bild und mögliches Körneln |
| Glossy | unbehandelte, glatte Oberfläche | kräftigste Farben und tiefstes Schwarz, aber deutliche Spiegelungen |
Anti-Glare liegt damit zwischen den beiden anderen Varianten: Es nimmt den Spiegelungen die Schärfe, ohne das Bild wie eine matte Oberfläche abzuflachen. Der bei matten Panels bekannte Glitzer- oder Körnungseffekt (englisch sparkle) tritt bei entspiegelten Displays nicht auf, weil die Oberfläche eben glatt bleibt.
Wofür eignet sich ein Anti-Glare-Display?
- Arbeitsplätze mit Fenster oder Deckenbeleuchtung: Lichtquellen hinter dem Betrachter zeichnen sich nicht mehr als scharfes Spiegelbild ab.
- Lange Bildschirmarbeit: Weniger Reflexionen bedeuten weniger Nachfokussieren und damit geringere Ermattung der Augen.
- Präsentation und Bildbearbeitung: Da Schärfe und Farbwiedergabe erhalten bleiben, ist die Entspiegelung auch dort brauchbar, wo ein mattes Panel zu viel Brillanz kosten würde.
Anti-Glare im Lenovo-Datenblatt
Lenovo gibt die Oberfläche direkt in der Displayzeile der technischen Daten an. Eine typische Angabe lautet:
14" WUXGA (1920x1200) IPS 400nits Anti-glare, 45% NTSC, 60Hz
Neben der Oberfläche stehen dort Bildschirmdiagonale, Auflösung, Paneltyp, Helligkeit in nits, Farbraumabdeckung und Bildwiederholrate. Bei ThinkPad- und ThinkBook-Modellen ist eine entspiegelte Oberfläche der Regelfall; glossy Panels finden sich vor allem bei Touch- und OLED-Ausführungen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Helligkeit: Eine Entspiegelung ersetzt keine Leuchtkraft. Für sehr helle Arbeitsplätze sind 400 nits oder mehr sinnvoll, 300 nits sind Einstiegsniveau.
- Touch: Touch-Displays sind häufiger glossy. Wer beides möchte, sollte gezielt auf eine entspiegelte Touch-Variante achten.
- Blickschutz: Displays mit Privacy Guard sind ebenfalls entspiegelt und schränken zusätzlich den seitlichen Einblick ein.
- OLED: OLED-Panels werden überwiegend glossy ausgeliefert und spielen ihre Stärken bei Kontrast und Farbe aus.